Niesky-Drehgestell

Niesky-Drehgestell



Das Vorbild

Die als Gattung "Niesky" bezeichneten Drehgestelle wurden in den 1950er Jahren vom VEB Waggonbau Niesky aus der sogenannten Einheitsbauart entwickelt. Das Drehgestell wurde hauptsächlich bei Wagen der Deutsche Reichsbahn eingesetzt. Darüber hinaus waren sie auch bei den OPW-Verwaltungen anzutreffen.

„Das Niesky-Drehgestell basiert auf der sogenannten "Einheitsbauart" (Pressblech-Drehgestell, BA "925 2,0 m") und weist im wesentlichen dessen Merkmale auf: Pressblech-Seitenwangen, Aufhängung der Federn mittels Laschen, Achsabstand 2,0 m, 7 Blattfedern mit eingezogenen Federenden. Optisch sind die Niesky-Drehgestelle jedoch kaum mit den Drehgestellen der Einheitsbauart zu verwechseln: Die Ober- und Untergurte der Seitenwangenbleche verlaufen gerade und sind nach außen (Einheitsbauart: nach innen) gekantet. Die Ausschnitte in den Seitenwangenblechen sind eingedrückt, außerdem ergibt sich durch die Form der Seitenwangenbleche eine andere, kräftiger wirkende Form der äußeren Federböcke. Die inneren Federböcke sind durch kantig auf die Seitenwangenbleche aufgeschweißte Blechstreifen verstärkt.“

(Quelle: http://www.drehgestelle.de/2/niesky_t.html)

Die Entwicklung des Drehgestells erfolgte in den Jahren 1951 bis 1960, die durch Baustufen mit unterschiedlichen Achs- bzw- Drehpfannenlagerarten, Achsständen und Laufkreisdurchmesser, sowie geeignete Varianten für den Einsatz von Spurwechsel-Radsätzen (1435/1524 mm) gekennzeichnet waren.

„Die Variante des Niesky-Drehgestells mit Rollenachslagern und 2000 mm Achsschenkel-Mittenabstand, mit verstärktem Bremsgestänge und Doppelbremsklötzen kann im Wesentlichen als die Standard-Version des Niesky-Drehgestells betrachtet werden. „Der technologisch nächste Entwicklungsschritt - zum AK-fähigen Güterwagen-Drehgestell mit 1,8 m Achsabstand - wurde von den OPW-Verwaltungen nicht mit einer Eigenentwicklung sondern mit der Übernahme des französischen Y 25-Drehgestells vollzogen. Sieht man von den DR-Kühlwagen-Drehgestellen ab, sind für den Bereich der Deutschen Reichsbahn (Ost) außer den älteren Drehgestell- Bauarten nur das Niesky- und das Y 25-Drehgestell von Belang.“

(Quelle: http://www.drehgestelle.de/2/niesky_t.html)

Das Modell

Die Drehgestelle der Bauart „Niesky“ wurden im Modell bei Wagen von PIKO nachgebildet. Im Laufe der Zeit kam es hier zu sehr unterschiedlichen Qualitätsstufen. Während die Containertragwagen teils sehr gut detaillierte Drehgestelle besaßen, so waren die Hochbordwagen und Kühlwagen der letzten Produktionsjahre durch abgenutzte Formen und Kunststoffe von spröder Qualität gekennzeichnet. Alle Drehgestelle hatten eine angesetzte N-Standard-Kupplung mit Spiralfeder.

Verschiedene Bauqualitäten bei PIKO-Wagen

In der neueren Zeit betrat der Kleinserienhersteller Fa. Schlosser mit den Modellen der vierachsigen Güterwagen den Markt, welche als Bauart Gags die Drehgestelle Bauart „Niesky“ besaßen.

Niesky-Drehgestell am vierachsigen Güterwagen

Niesky-Drehgestell am vierachsigen Güterwagen "Gags" der Fa. Schlosser



Die Drehgestelle waren geätzte Messingteile, die entsprechend gefaltet, und lackiert werden müssen. Das Modell ist sehr detailliert und die Bremklötze sind nach innen versetzt. Auch die Andeutung des Bremsgestänges ist vorhanden.

Niesky-Drehgestell der Fa. Schlosser auf PIKO adaptiert

Niesky-Drehgestell der Fa. Schlosser auf PIKO-Wagen adaptiert, Ansicht von oben



Niesky-Drehgestell der Fa. Schlosser auf PIKO adaptiert

Niesky-Drehgestell der Fa. Schlosser auf PIKO adaptiert, Ansicht von unten



Was liegt näher als diese Schlosser-Drehgestelle auf die PIKO-Wagen zu adaptieren. Hierzu wurden die Haltestege, mit denen die Drehgestelle in der Bohrung der Wagengrundplatte eingeklipst werden aus den alten Drehgestellen herausgeschnitten. Diese wurden auf die gefalteten Messingdrehgestelle aufgeklebt, so dass diese wie die Originalen Drehgestelle in den Wagenboden eingeklipst werden können. Gleichzeitig liegen die Wagen bedingt durch die spezielle Faltung der Messingbleche um einige Zehntel-Millimeter tiefer. So wird der bisher negative Eindruck der Hochbeinigkeit der PIKO-Wagen gemindert.

PIKO-Wagen mit Niesky-Drehgestell der Fa. Schlosser

PIKO-Wagen mit Niesky-Drehgestell der Fa. Schlosser (links) und mit originalen Drehgestellen (rechts)



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© Michael Köhler 2017