BR102.1

BR102.1



Das Vorbild

Die Deutsche Reichsbahn beschaffte 1970 auf Grund des nach wie vor vorhandenen Bedarfs an Rangierlokomotiven eine überarbeitete Version der V 22 B. Bei dieser als V 23 (auch V 23 B) bezeichneten Weiterentwicklung wurde die Grundkonzeption beibehalten. Das Führerhaus und die Motorvorbauten wurden wesentlich kantiger ausgeführt. Der Zutritt für das Rangierpersonal erfolgte nun nicht mehr über seitliche Türen, sondern über eine auf der Rückseite angebrachte Tür.

Heckansicht

Heckansicht der BR312

Von der V 23 beschaffte die Deutsche Reichsbahn insgesamt 157 Lokomotiven. Lieferungen an Industrie- und Werkbahnen gab es nicht. Die Loks wurden bereits mit der Baureihenbezeichnung 102 ausgeliefert. Zur Unterscheidung der als Baureihe 102.0 bezeichneten V 22 wurden die Ordnungsnummer 102 101 - 102 257 vergeben.

Zum 01.01.1992 wurden die vorhandenen Fahrzeuge der Baureihe 102 in die neue Baureihe 312 umgezeichnet. Die Umzeichnung war erforderlich, um die Vereinigung des Fahrzeugparks der beiden Staatsbahnen in ein einheitliches Nummernschema umzusetzen.

Buchmäßig haben daher die in den nebenstehenden Nummernblöcken aufgelisteten Loks die Bezeichnung "312" bekommen. In der Realität waren jedoch seinerzeit viele Loks z-gestellt oder wurden als Reserve vorgehalten. Daher erfolgte in einigen Fällen keine Umzeichnung "am Fahrzeug" mehr vor der Ausmusterung. In anderen Fällen ist die Umzeichnung deutlich später vorgenommen worden, wenn die Lok wieder dem Betriebsdienst zugeführt wurde.
(Quelle: http://www.deutsche-kleinloks.de)

Frontansicht

Frontansicht der BR 312



Führerstand

Führerstand der BR 312

Das Modell

Bis heute (2012) gibt es kein Modell der BR 102.1.

Lange schwelte der Wunsch ein eigenes Modell zu bauen. Nach einigen Erfahrungen in der Technik des Gebäudemodellbaus mittels Laserbrennverfahren kam ich auf die Idee das Lokgehäuse aus Papier/Pappe zu lasern. Die Umsetzung stellte sich als schwierig heraus, da der Laser die Eigenschaft hat, Gravuren linienweise abzuarbeiten. Dies hat zur Folge, dass flächige Gravuren leichte Linienrückstände aufweisen. Durch mehrere Versuche der Laserwerkstatt konnte doch ein Kompromiss aus Gravurtiefe und Linienrückständen gefunden werden. Mit einer besonders dicken Schicht Lack konnten diese nochmals entschärft werden.

Seitenansicht

Seitenansicht der BR 102 in Spur N
die Beschriftung und die Loknummern werden später noch angebracht

Jens Emmermann entwickelte ein Fahrwerk für den ersten Prototypen, denn die V 23 sollte ein Gemeinschaftsprojekt werden. Die Weiterentwicklung des mit noch nicht perfekten Laufeigenschaften ausgestatteten Fahrgestells stagnierte aber. Als die Fa. Hobbytrain die V 20 auf den Markt brachte, dessen Fahrwerke akzeptable Fahreigenschaften aufwiesen, griff ich das Thema des Fahrwerks für die BR 102.1 wieder auf. Nach einigen Vergleichsmessungen der Abmaße, des Raddurchmessers und des Radstands, befand ich das Hobbytrain-Fahrgestell als akzeptabler Kompromiss und geeignet, als Fahrgestell für die BR102.1 zu dienen.

Die Konstruktion des Gehäuses wurde sehr maßstäblich konstruiert. Der Motor des Hobbytrain-Fahrgestells passte nun aber leider nicht in das Gehäuse. Der Motor war etwa 0,5 mm ist zu breit. Nach einigem Drücken und Ziehen konnte es aber doch aufgesetzt werden.

Die überflüssigen Aufbauten und Anspritzungen des Lokrahmens wurden entfernt. Die Pufferbohle der Hobbytrain ist mittels zweier Stifte am Rahmen befestigt. Diese nutzte ich um mit der Pufferbohle das Gehäuse am Rahmen zu befestigen. Zwei entsprechende Laschen am Gehäuse aus Polystyrol mit je zwei Bohrungen waren schnell angefertigt.

Der nun freie Rahmen wurde mit den typischen Aufstiegen vorn und hinten und den Seitenverblendungen ausgestattet. Die Front weicht mit seiner zweigeteilten Ansicht, bedingt durch die Befestigung mittels Pufferbohle ein wenig vom Vorbild ab. Für eine erste Machbarkeitsstudie ist die Detailtreue aber gut gelungen, finde ich.

Frontansicht

Frontansicht der BR 102 in Spur N
Der Kühlergrill muss noch angefertigt werden

Die Lampen erfolgten ebenfalls als kompletter Eigenbau. Hier sind rote und weiße SMD-LEDs der Baugröße 603 verbaut. Die Stirnlampen sind fest mit dem Gehäuse verbunden. Über einen dreipoligen Kontaktstecker können diese beim Abnehmen des Gehäuses vom Stromkreis getrennt werden. Die Kabel bestehen größtenteils wegen der Platzverhältnisse aus 0,1 mm Kupferlackdraht. Der Decoder, ein DCX 75, sitzt im Führerhaus direkt auf dem Motorrahmen. Der Decoder besitzt zur Ansteuerung der Funktionsausgänge F1 und F2 zwei Lötpads, die zugegebenermaßen etwas klein geraten sind. Hier werden die weißen LEDs angeschlossen.

Heckansicht

Heckansicht der BR 102 in Spur N

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© Michael Köhler 2017