BR94

BR94



Das Vorbild

Die T 16.1 der Königlich-Preußischen-Staatseisenbahn war eine fünffach gekuppelte Güterzug-Tenderlokomotive ohne Laufradsätze. Gebaut wurden einschließlich der Nachbestellung der Deutschen Reichsbahn in den Jahren von 1913 bis 1924 insgesamt 1242 Lokomotiven.

Die Maschinen wurden als Baureihe 94.5 – 17 in den Nummernplan eingeordnet und trugen die Nummern 94 502 – 1380 und 94 1501 – 1740. Mit der Einführung des neuen Baureihenschemas von 1968 wurden die Loks der Deutschen Reichsbahn der DDR 1970 zur Baureihe 94.1.

Neben dem schweren Rangierdienst wurden einige Lokomotiven bei der DR auch auf Steilstrecken in Thüringen eingesetzt. Hierfür wurden diese Maschinen mit einer Riggenbach-Gegendruckbremse ausgerüstet. Bei der DR schieden die letzten Exemplare Anfang der 1970er Jahre aus dem Betriebsdienst aus. Sie wurden durch die sechsachsige steilstreckentaugliche Version der Diesellok Baureihe 118 ersetzt.

Mehrere Lokomotiven dieser Baureihe sind erhalten geblieben, davon ist 94 1538 derzeit als Einzige betriebsfähig.

Die 94 1292 ging in den Museumbestand der Deutschen Reichsbahn über. Sie fuhr bis in die Jahrtausendwende viele Traditions- und historische Züge. Die Lok ist heute nicht mehr betriebsfähig.

Die letzten Lokomotiven ihrer Bauart, wie die 94 1292, hatten einen veränderten Kesselaufbau mit einem Speisedom und einem Dampfdom. Dadurch musste der Vorwärmer seitlich auf eine Konsole angebracht werden. Zwischenzeitlich erhielt sie statt der genieteten Wasserkästen, solche, die geschweißt waren. Diese waren vorn wie hinten gleich hoch. Ebenfalls waren vorübergehend ein DR-typischer Kohlenkasten und ein geänderter Steuerungsträger Merkmale der Lok, bevor sie Anfang der 1980er Jahre als Traditionslok weitgehend in ihren Originalzustand zurückversetzt wurde.

Das Modell

Es gibt als Modell der BR 94 nur die Variante mit den drei Kesselaufbauten und dem Vorwärmer auf dem Kesselscheitel. Basis dieses Modells ist eine DB-Version von Fleischmann.

Das Modell ist mit einem Glockenankermotor mit großer Schwungmasse ausgerüstet worden. Die Getriebeübersetzung ist ebenfalls geändert worden. Hierbei waren umfangreiche Freischnitte des Gehäuses notwendig, die die Entscheidung der Änderung des Wasserkastens und damit für den Bausatz der Fa. Schlosser herbeiführten. Dieser Umbausatz beinhaltet Ätzteile für DR-Kohlenaufsatz, geschweißte Wasserkästen und andere Steuerungsträger.



Gehäuseinnenseite

Gehäuseinnenseite

Da ich mich nun einmal für diese Umbauarbeiten entschieden hatte, konnte ich, mit Hilfe des Bausatzes von KH-Modellbau, die Lok auch gleich in die Version mit den vier Kesselaufbauten umbauen, um ein typisches DR-Modell, und damit einzigartiges Modell zu erhalten.

Mit diesem Umbausatz kann die Fleischmann BR 94 in eine DRG, DB-oder DR- Ausführung umgebaut werden. In dem Umbausatz sind ein neuer Speisedom, Dampfdom und 2 Sanddome sowie ein Vorwärmer enthalten. Weiterhin sind große Reichsbahnlaternen, Kesselventile und eine neue Nassschiebebeschriftung enthalten. Die Laternen habe ich nicht verwendet, da die Beleuchtung wiederverwendet werden sollte.

eingebaute Messingteile

eingebaute Messingteile, linke Ansicht



eingebaute Messingteile

eingebaute Messingteile, rechte Ansicht

Während der Einbau der Ätzteile der Fa. Schlosser, wie erwartet keine Probleme bereiteten, war die Verarbeitung der Bausätze der Fa. KH-Modellbau zunächst von einigen Vorbearbeitungen und vor allem von umfangreichen zeitraubenden Recherchen geprägt.

Die Bauanleitung, sowie die Bilder auf der Homepage, geben für den Dampflokomotiv-Laien in keiner Weise die Anordnung der Ventile sowie die Leitungsverlegung wieder. Lediglich die Maße der Dome und Sandkästen sind eindeutig beschrieben. Nach eingehendem Studieren und Vergleichen von Bildern im Internet konnte ich die Bauteile an die richtigen Plätze am Kessel montieren. Die im Schleuderguss gefertigten Messingteile mussten einigen Nacharbeiten unterzogen werden, bis sie passgenau saßen.

Letztendlich ist, abgesehen von den genannten Problemen, der Umbau schnell von der Hand gegangen. Die Lackierung konnte erfolgen. Die Lokschilder wurden von der Fa. Kuswa geliefert.

Die Bilder zeigen, denke ich, ein ansehnliches Modell der DR-Baureihe 94.

Baureihe 94

BR 94 der DR in Spur N, Ansicht von rechts



Baureihe 94

BR 94 der DR in Spur N, Ansicht von links

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© Michael Köhler 2017