Das Ringen um einen Bahnanschluss

Das Ringen um einen Bahnanschluss



Vorgeschichte

Sonnebergs Handelshäuser hatten seit Jahrhunderten Handelsbeziehungen nach England, Nordamerika oder dem Baltikum. Aber nicht nur der Transport der weltweit bekannten Erzeugnisse der Spielzeugindustrie, sondern auch die Einfuhr von Nahrungsmittel aus dem Bamberger Raum ins Meininger Oberland machten eine Erhöhung der Transportkapazitäten notwendig. Nachdem die erste deutsche Eisenbahn eröffnet wurde, wurden alsbald auch von den Sonneberger Handels- und Industriekreisen ein Bahnanschluss gefordert.
Schon im Jahr 1828 gab es Pläne, eine Eisenbahn von Süddeutschland nach Norddeutschland durch das Thüringer Land, insbesondere durch das Werratal, zu führen. Nach Untersuchungen des Terrains und Schürfversuchen nach Erz- und Kohlevorkommen wurden diese Pläne 1838 veröffentlicht. Diese scheiterten aber an der engstirnigen Haltung von König Ernst August von Hannover. In den weiteren fünfzehn Jahren kam es immer wieder zu weiteren Plänen eine Eisenbahn bis nach Sonneberg zu führen. Bedingt durch die immer leistungsfähigere Wirtschaft im Sonneberger Raum und die guten Betriebsergebnisse schon vorhandener Eisenbahnen in der Region, erhielt die eigens hierfür gegründete Werra-Eisenbahngesellschaft (WEG) im Jahr 1855 die Genehmigung zum Bau und Betrieb einer Eisenbahn von Eisenach nach Lichtenfels. Die Linienführung wurde so gewählt, dass sie zum einen mit geringstem Kostenaufwand, durch Ausnutzen natürlicher Ebenen und Täler, und zum anderen viele der aufstrebenden Wirtschaftsstandorte, wie Meinigen, Hildburghausen, Coburg, etc., an das Eisenbahnnetz anschloss.

Altstadt

Ansichtskarte der Sonneberger Altstadt. In den 30er Jahren war die Bebauung geprägt von einer Mischung aus Wohn- und Fabrikbebauung. Im Hintergrund in Bildmitte ist das Fabrikgebäude des größten Spielwarenexportgeschäfts Sonnebergs, die Fa. Cuno & Otto Dressel. Nach einem Brand 1914, der einen Teil des Unternehmens vernichtete, erfolgte der Wiederaufbau. Heute sind die Gebäude abgebrochen.



Kirmes

Ansichtskarte der weltbekannten und preisgekrönten Kirmes. Anlässlich der Weltausstellung 1910 in Brüssel hatten Betriebe der Spielzeugindustrie diese Schaugruppe mit vielen verschiedenen, zum Teil lebensgroßen Figuren angefertigt. Die Figuren der verschiedenen Größen wurden so arrangiert, dass ein tiefer räumlicher Eindruck entstand. Die "Sonneberger Kirmes" ist noch heute im Spielzeugmuseum zu besichtigen.

Sonneberg bekommt einen Bahnanschluss...

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© Michael Köhler 2017