Modulkasten

Modulkasten



Der Modulkasten

Die Norm

Nachdem ich zur FREMO-Gruppe des N-Bahn-Stammtisch Braunschweig gestoßen war, stellte sich die Frage nicht mehr nach welcher Norm ich bauen werde. Schließlich wollte ich den Bahnhof auch zu Modultreffen mitnehmen. Die Verfügbarkeit war schon eher das Problem, da die Norm sozusagen in "Urfassung" vorlag und ewig nicht aktualisiert worden war. Das Wesentliche ist zwar über die Jahre gleich geblieben, jedoch hatten sich inzwischen Standards durchgesetzt (z. B.: Modulaußenfarbe, Grundfarbton der Begrünung), die in die Norm bisher nicht aufgenommen waren. Inzwischen gibt es eine aktualisierte Fassung unter AGVuM oder als Kurzfassung unter n-bahn-bs.

Fremo-Kopfprofil für Spur N

FREMO-Kopfprofil in Spur N, eingleisig





Fremo-Kopfprofil für Spur N

FREMO-Kopfprofil in Spur N, zweigleisig



Die Größe

Im Transportzustand sollte das Modul in den Kofferraum meines Autos passen. Glücklicherweise hatte ich eine etwas größere Limousine, so dass mir quer zur Fahrtrichtung eine Breite von 95 cm zur Verfügung stand. Der Bahnhof sollte in der Mitte geteilt werden können, um einen so genannten "Doppeldecker" als Transportzustand zu erhalten.
Damit waren die Außenabmessungen des Moduls Kleinbrüchter definiert: 1800 mm x 400 mm.

Transportzustand

Transportzustand im Kofferraum



Das Material

Bei der Auswahl des Materials sind einige Punkte zu beachten: Mir waren zunächst die ersten drei Bedingungen wichtig. Deshalb entschied ich mich für MDF-Material. Es ist, einfach gesagt, mit Klebstoff getränktes verpresstes feines Sägemehl. Die Vorteile der möglichen präzisen Bearbeitung und hohen Haltbarkeit werden durch schlechte Verarbeitbarkeit und hohes Gewicht erkauft.
Heute benutze ich das Material nicht mehr. Die Nachteile in der Verarbeitung überwiegen mir zu sehr. Beim Verschrauben mit Holzschrauben, beispielsweise, müssen Löcher präzise vorgebohrt werden, sonst reißt das Material. Strukturen können aufgrund der hohen Festigkeit nicht einfach mit dem Beitel eingearbeitet werden.

holzrisse

Risse wegen nicht sauber vorgebohrter Löcher



Heute bevorzuge ich hochwertiges, gut abgelagertes, mehrfach verleimtes Sperrholz. Dieses gibt es meistens nicht im Baumarkt, sondern im Fachhandel oder beim Tischler.

Sperrholz

Beispiele für Holzmaterial vom Fachhandel und vom Baumarkt, v.l.n.r.:
- sehr gute Sperrholzqualität vom Holzfachhandel (viele Schichten, abgelagert, für Seitenteile des Modulkastens)
- sehr gute Sperrholzqualität vom Holzfachhandel (viele Schichten, abgelagert, Deckbrett, weicheres Holz als links)
- Pappelsperrholz aus dem Baumarkt (sehr leicht!, wenige Schichten - dadurch feuchtigkeitsanfällig, verzieht sich leicht, da selten abgelagert)
- Pappelsperrholz aus dem Baumarkt (schlechtere Qualität, für Modulbau ungeeignet, nutzbar für kleinere Stützwände oder Brückenunterfütterung)
- Spanplatte (für Modulbau ungeeignet, verzieht sich stark durch Feuchteeinfluss, spanende Verarbeitung nicht unproblematisch, nutzbar, wenn etwas mehr Material gebraucht wird, z.B. zur Unterfütterung des EG-Bereiches und der Ladestraße in Kleinbrüchter)
- HDF-Platte (sehr gut geeignet zur Bildung des Bahndammes)



"Geigenkasten" oder Trassenbrett?

Je nach Gestaltung der Landschaft, gemeint Damm oder Einschnitt, ist das Eine oder das Andere sinnvoll. Generell gibt der so genannte Geigenkasten, ähnlich einer umgedrehten Schublade, mehr Stabilität gegen Verwindung und Verzug. Er ist einfach zu bauen. Ja nach Länge des Moduls benötigt man nur 5-7 Teile mit einfachen meist rechteckigen Formen, so dass diese auch in jedem guten Baumarkt zugeschnitten werden können. Bei einem Modukasten für eine gerade Strecke braucht man also für den Anfang nicht einmal eine Kreissäge oder anderes "schweres" Gerät. Soll das Modul eine flache Wiese oder einen Einschnitt bekommen, kann man die Landschaft auf dem "Deckbrett" aufbauen.

geigenkasten_oben

Modul als "Geigenkasten", Beispiel mit Landschaft nach oben



geigenkasten_unten

Modul als "Geigenkasten", Struktur des Unterbaus



Nachteilig ist der "Geigenkasten" wenn die Landschaft gegenüber der Bahntrasse nach unten wandert, also eine Wiesensenke oder hoher Bahndamm gestaltet werden soll. Dann muss man relativ viel Holz heraus schneiden. Hier kommt der Vorteil des Modulbaus mit Trassenbrett zum Tragen. Das Modul mit Trassenbrett besteht hauptsächlich aus einem Rahmen mit Eckenversteifungen. Die Gleise werden auf einem Trassenbrett verlegt. Die Zwischenräume werden der Landschaft folgend, mittels Styrodur oder ähnlichen Materialien, modelliert. Der Nachteil dieser Bauweise ist der hohe Aufwand eine gleiche Steifigkeit, wie zum "Geigenkasten", zu erzeugen.

geigenkasten_oben

Modul als Kasten mit Trassenbrett, Beispiel mit Landschaft nach unten



geigenkasten_unten

Modul als Kasten mit Trassenbrett, Struktur des Unterbaus
An den miteinander verschraubten Stirnbrettern zweier Module kann man noch gut die Trassenbretter sehen. Das Meterial neben den Trassenbrettern ist Styropor.



Für Kleinbrüchter hatte ich mich für die "Geigenkasten"-Variante entschieden. Die Trasse liegt zur umgebenen Landschaft meist auf gleicher Höhe oder zum Teil tiefer.

Modulbeine

Die Modulhöhe im FREMO beträgt 1300 mm vom Boden bis zur Schienenoberkante (SOK). Sie ermöglicht ein bequemes Stehen und das Auge ist nicht zu weit von der Landschaft und dem Geschehen auf den Modulen entfernt. Es müssen also mehr als 1200 mm vom Boden überbrückt werden. Zudem sind die Räume, in denen Modultreffen stattfinden, nicht immer 100 % gerade.
Auch hier ist die Wahl der Beinkonstruktion an einige Zwangsbedingungen geknüpft:

Die ersten Beine für "Kleinbrüchter" waren einfache Holzstangen, die mittels zweier passend gesägter Gewindestangen und je vier Flügelmuttern am Querspanten befestigt wurden.

Beine mit Zwei-Schrauben-Befestigung

Beine mit Zwei-Schrauben-Befestigung



Der Höhenausgleich erfolgte über eine Gewinde-Einschlaghülse und eine eingeschraubte Schlosssschraube. Die Quersteifigkeit mit dieser Beinlösung war zwar akzeptabel, aber aus meiner Sicht nicht ausreichend. Das verschlechterte sich noch, als ich mich entschied, anstelle der Holzbeine Teleskop-Besenstiele zu verwenden. Zwar waren diese wegen des geringen Platzbedarfes beim Transport ideal, aber einerseits hatten sie die unschöne Eigenschaft sich beim Festdrehen des Teleskops etwas zusammen zu ziehen. Das ließ eine Höheneinstellung des Moduls zur Geduldsprobe werden. Andererseits ist die Stabilität des aus sehr dünnem Aluminium geformten Rohrs nicht geeignet, um es mittels zweier Schrauben ans Modul anzuschrauben. Ein Stück eines Holzbesenstiels musste in das Rohr gesteckt werden, um es beim Anschrauben nicht platt zu drücken. Unter dem Strich hat sich die Methode der Befestigung mittels zweier Schrauben nicht bewährt.

Ich bevorzuge heute eine Lösung bei der man möglichst wenig schrauben muss und die benötigten Teile immer am Modul sind. Ich bin dazu übergegangen, alle Beinbefestigungen in passende Taschen zu stecken und mittels Klemmvorrichtung gegen Herausrutschen zu sichern. Die Querstabilität ergibt sich aus der Kombination des Klemmens und den engen Toleranzen der Taschen zu den Beinen.

Spannvorrichtung für Modulbeine

Spannvorrichtung für Modulbeine - Das Modulbein wird in die Tasche geschoben und mit Anziehen der Flügelmutter fest gespannt.



Die Höhenangleichung erfolgt wieder mittels Einschlagmutter. Gerätefüße mit Plastikteller schonen auch empfindliche Parkettböden.

Gerätefuß

Gerätefuß mit Einschlagmutter M8 und großem Plastikteller



Abschließend habe ich hier weitere Beispiele zur Beinkonstruktion dargestellt, die alle einen Kompromiss aus den oben genannten Zwangsbedingungen darstellen.

Beine_pw

Diese Beine haben eine hohe Querstabilität, nehmen aber beim Transport viel Platz weg.
Nur bei geschickter Aneinanderreihung lässt sich wenigstens ein Koffer oder eine Kiste in den Hohlraum schieben.



Beine_ap

Preisgünstige Beine, die durch sehr geringen Platzbedarf bestechen.
Die nötige Steifigkeit in Längs- und Querrichtung kann aber nur durch entsprechende Schrägversteifung erreicht werden, die den Aufbau wieder aufwändiger machen. Hier ist auch eine möglichst spielfreie Beinaufnahme im Modul zu gewährleisten, um ein Wackeln des Moduls zu verhindern.



Beine_alu

In die Klemmvorrichtung eines Alumoduls werden die rohrförmigen Beine eingesteckt - wohl die "professionellste" Methode. Für diejenigen, die nicht die Werkzeuge haben, ist die Fertigung bzw. der Kostenaufwand erheblich.



Beine mit Querversteifung

Beinkonstruktion mit Querversteifung
Hier entstand zusätzlich eine Ablage für Kleinkram



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© Michael Köhler 2017