Empfangsgebäude

Empfangsgebäude



Das Empfangsgebäude

Im Buch des Günter Fromm sind die Pläne des Empfangsgebäudes vom Bahnhof Kleinbrüchter abgedruckt. Diese entsprechen dem Jahr 1900. Der Bahnhof wurde auch zum großen Teil so gebaut. Der Schuppen auf der Westseite ist im Jahr 1908 entstanden. Leider habe ich die Information erst 2010 bekommen. Deshalb hatte ich den Schuppenanbau im Modell noch nicht berücksichtigt. Bei Gelegenheit wird der Schuppen auch im Modell angebaut. In der Ansicht von Westen sieht man auf den Vorbildfotos der 1990er Jahre einen kleinen Ziegelanbau, der die Ecke zwischen Dienstgebäude und Abortgebäude auffüllt. Hier habe ich noch keine Informationen, wann der Anbau entstand.

Sollte ich aus anderen Quellen weiter reichende Informationen bekommen, kann ich den zeitlichen Bauzustand exakter ausführen, und ggf. das Modell anpassen. An dieser Stelle würde ich gern die Zeichnung aus dem "Fromm" einfügen. Leider habe ich bisher keine Freigabe vom Rockstuhl-Verlag bekommen. Solange muss ich den Betrachter mit den Rohbaubildern vertrösten.

EG-Südseite im Rohbau

EG-Südseite im Rohbau



EG-Nordseite im Rohbau

EG-Nordseite im Rohbau



Natürlich gibt es das Gebäude weder in dieser noch in ähnlicher Form von einem Modellbahnhersteller. Also heißt es selber machen.
Die Suche im Internet und in einschlägigen Modellbahnläden meiner Region nach geigneten Modellbauplatten mit Ziegelmauerwerk war, wie zu erwarten, nicht von Erfolg gekrönt. Wenn es Platten gab, waren die Steine zu groß und zudem im Läuferverband. Die meisten Ziegelmauern in und um Preußen waren aber als Kreuzverband ausgeführt. Zufälligerweise hatte ich ein paar Ziegelplatten mit Blockverbandnachbildung von einem Modellbahnfreund bekommen, der diese als Restbestände eines Resinnachgusses vorrätig hatte. Blockverband ist dem Kreuzverband sehr ähnlich. Die Platten hatten die Größe eines üblichen Notizzettels und waren zum Teil noch mit Einschlüssen versehen.
Der geneigte Leser kann sich denken, dass da nicht viel Material zum Bau zur Verfügung stand. Aber ich war froh, geeignete Platten zu bekommen, auch wenn ich mir Verschnitt nicht leisten konnte.
Aus den Zeichnungen im Buch habe ich mir Handskizzen mit den Maßen im Maßstab 1zu160 angefertigt. Die ich dann auf die Platten übertragen hatte. Mit einem kleinen scharfen Bastelmesser habe ich dann die Platten ausgeschnitten. Die Fensteröffnungen habe ich ebenfalls mit dem Messer grob ausgeschnitten und mit einer feinen Feile bis zur richtigen Größe ausgearbeitet.
Danach habe ich mit Gel-Sekundenkleber alles zusammengeklebt. Gelartiger Sekundenkleber lässt noch einige Sekunden Zeit, die zu verklebenden Teile auszurichten.

EG-Südostseite im Rohbau

EG-Südostseite im Rohbau



Die Fensterstürze und Fensterbänke habe ich aus dünn geschnittenen Polystyrol-Streifen nachgebildet. Die Steinfugen wurden eingeritzt. Mit einer Airbrush-Pistole wurde der Rohbau in passendem Rotbraun lackiert.

Detailansicht Fenster und Tür Südseite

Detailansicht Fenster und Tür Südseite



Die Fachwerkbalken an den Schuppenanbauten bestehen aus dünn zurecht geschnittenen Streifen aus schwarzer selbstklebender Folie. Die Fensterhintergründe habe ich mit einer grüngraubraunen Folie nachgebildet. In das Gebäude sollte man nicht hineinschauen können, da ich die Innenausstattung nicht nachbilden wollte. Die weißen Fenster sind ebenfalls aus fein zugeschnittenen Polystyrol-Streifen nachgebildet.
Die gleichen Probleme, die passenden Ziegelmauern zu finden hat man auch, wenn man Ziegeldächer bauen will. Hier wurde ich aber bei einer Faller-Tankstelle (Art.-Nr.: 232217) fündig. Die Dachstruktur war zwar auch für TT besser geeignet aber für N noch brauchbar. Der Bausatz war recht günstig und hatte viel Dachfläche, denn nur die brauchte ich ja.
Die Dachhälften wurden getrennt, zugeschnitten und im passenden Dachwinkel wieder zusammengeklebt, dunkel lackiert und aufgesetzt. Die Dachverstrebungen am Giebel bestehen aus quadratischen Messingprofilen. Die Dächer auf den Schuppen sind mit Dachpappe bedeckt. Diese habe ich mit schwarzem Schleifpapier der Körnung 600-800 nachgebildet. Dabei wird das Schleifpapier in etwa 5 mm breite Streifen geschnitten und Stoß an Stoß wieder aufgeklebt.

EG-Südseite mit Dach und Fenstern

EG-Südseite mit Dach und Fenstern



Leider gibt es keine Dachrinnennachbildung zu kaufen. Die Dachrinnen und Fallrohre sind im Vorbild etwa 120 - 160 cm breit. Für Spur N ist da ein 1 mm Rohr gerade richtig. Während die Modellierung der Fallrohre noch die einfachste Aufgabe ist, wird es bei den Dachrinnen schon schwieriger. Ich habe mich für das Ausschneiden bzw. Abschleifen der 1mm Rohre entschieden. Nach den ersten Ergebnissen per Hand und den nicht immer befriedigenden Ergebnissen, hab ich mir eine Vorrichtung gebaut. Hiermit kann ich die Rohre in einem Stück durch eine Bohrung schieben während eine einstellbare Schleifscheibe die obere Hälfte des Rohres abschleift. Die Ergebnisse sind über die gesamte Länge des Rohres nicht immer ganz gleichmäßig, aber man braucht selten eine 400 mm lange Dachrinne.

Vorrichtung zum Anfertigen von Dachrinnen

Vorrichtung zum Anfertigen von Dachrinnen



EG-Nordostseite mit Dachrinnen

EG-Nordostseite mit Dachrinnen



Das Gebäude wurde dann auf das Modul aufgeklebt und mit "Erd"-Pulver von "eingegraben". Auf einem Vorbildfoto kann man am Dienstgebäude den Fernsprechkaste erkennen. Der musste natürlich dran. Ebenso der alte Feuermelder links neben der Eingangstür. Solch einen (ziemlich großen) Feuermelder habe ich selbst als Kind noch gesehen.

EG-Südseite

EG-Südseite



Der Wirtschaftshof bekam noch einen Zaun mit Tor und Gartentür. Ein kleiner Schrotthaufen mit altbaruchbaren Teilen musste auch noch hin. Und ein paar Preiserlein durften auch nicht fehlen.

EG-Nordseite

EG-Nordseite





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© Michael Köhler 2017